Archiv der Kategorie 'Aktionen'

Fankodex = Die Lizenz zum Fahnen schwenken! – Teil II

… Bei der geplanten Aktion gegen Stuttgart sollte ursprünglich zu Spielbeginn das „Euer Ideal“ Spruchband präsentiert werden – mit Fahnenboykott. Diese Aktion und die Aktionen vom aktuellen Spieltag sollten unsere Kritik über bestehende Verhältnisse gegenüber Werderfans äußern. Jedoch kam es zu einem Zwischenfall mit der Polizei und den Ordnungskräften von Elko, welche den geplanten Ablauf durcheinander brachten. Man hinderte uns daran Spruchbänder ins Stadion zu bringen. Erst Mitte der zweiten Halbzeit gelang es uns das Spruchband zu präsentieren. Die Polizei und Elkos waren mit einem ungewöhnlich hohen Aufgebot um, und auffälligerweise auch im Stadion, aufgestellt und waren gewillt wieder massiv gegen die potenzielle Gefahr, vorzugehen, die von einem Spruchband ausgeht.

Geplant war die Aktion vom Stuttgartspiel ursprünglich so, dass zu Spielbeginn ein Spruchband mit der Aufschrift „Euer Ideal?“ präsentiert werden sollte. Dieses sollte im Kontrast zum schon präsentierten Spuchband „Unser Ideal“ stehen, welches nur mit massiven Einsatz unsererseits den Weg in die Kurve fand. Aufgrund dieser Umstände litt die potenzielle Qualität der geplanten Aktion enorm. Geplant war das „Euer Ideal ?“ Spruchband in der ersten Halbzeit hoch zuhalten und auf optische Unterstützung zu verzichten. Für uns bleibt fraglich was Ordnungsdienste und Polizei zu einer solch heftigen Reaktion brachte bzw. bringt, uns dies zu untersagen.

Um eine adäquate Alternative der „gescheiterten“ Aktion bemüht, versuchten wir kurzer Hand eine Foto-Aktion zu organisieren. Diese und weitere Aktionen in Form von Spruchbändern und Flugblättern sollten am vergangenen Spieltag gegen den VfL Wolfsburg stattfinden. Auch an diesem Spieltag war das Polizeiaufgebot erneut auffällig hoch. So war zu bemerken, dass die Fotoaktion von mehreren Polizisten begleitet und von diesen mit der Kamera festgehalten wurde. Sogar Ordnungskräfte mit Hunden wurden eingesetzt und lenkten von der Durchführung der Aktion ab. Ob ein solches Aufgebot von Polizei- und Ordnungskräften für eine Foto-Aktion notwendig ist, bleibt aus unserer Sicht fraglich.

Im Stadion präsentierten wir dann zwei Spruchbänder. Diese sollten auf genau die Verhältnisse aufmerksam machen, mit denen wir uns seit langer Zeit Spieltag für Spieltag rumplagen müssen. Auch die Geschehnisse rund um die geplanten Aktionen vom Samstag bestätigten uns in unserem Handeln erneut und fordern von uns in der Öffentlichkeit für Verständnis unserer Lage zu sorgen. Unser streben nach Freiheit wird bis zum äußersten auf die Probe gestellt. Denn eine Überwachung in Form von massiven Einsatz von Polizei und Ordnungsdienst stellt für uns keine hinnehmbare Situation dar.

Sind dies die Repressalien, die zukünftig jeder Fan zu erwarten hat, der den Fan-Ethik-Kodex kritisch betrachtet?

Ultra‘Boys, HB-Crew, Wanderers Bremen

Fankodex = Die Lizenz zum Fahnen schwenken!

Am Sonntag beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart führten wir erneut eine Aktion gegen den Fan-Ethik-Kodex durch.

Zunächst präsentierten wir das Spruchband „Fankodex = Die Lizenz zum Fahnen schwenken“. Hiermit wollen wir u. a. darauf aufmerksam machen, dass der Fan-Ethik-Kodex aus unserer Sicht überspitzt gesagt, lediglich eine Erlaubnis zum Fahnen schwenken darstellt. Wer größere Schwenkfahnen über 1,50m in die Ostkurve des Weserstadions nehmen will, braucht einen „Fahnenpass“. Dieser wurde bereits vor Jahren eingeführt. Seit Beginn dieser Saison erhalten ausschließlich Fans einen „Fahnenpass“, die den Kodex unterschrieben haben.
Des Weiteren präsentierten wir ungefähr zur Mitte der 2. Halbzeit ein großes „Unser Ideal“ -Spruchband, dass von einem kleinen Fahnenmeer abgerundet wurde. Eine laute und bunte Kurve voller Fahnen und Doppelhalter stellt für uns das ideale Bild einer Fankurve dar. Die Einschränkungen, unter denen wir aufgrund der Nicht-Unterschrift des Kodexes leiden müssen, machen es uns immer schwerer unser Idealbild der Ostkurve zu verwirklichen. Diese Einschränkungen zeigten sich am Sonntag, als wir die ursprünglich anders geplante Aktion nicht vollständig durchführen konnten…

Ultra‘Boys, HB-Crew, Wanderers Bremen

Emotionen reglementieren heißt Fankultur verlieren

Bericht der „Wanderers Bremen“ für den Erhalt der Fankultur Blog

Bei unserem Heimspiel am 12. Spieltag gegen den 1.FC Köln präsentierten wir, die Wanderers Bremen in Zusammenarbeit mit den Ultra‘Boys Bremen und der HB Crew, drei große Spruchbänder mit der Aufschrift: „Emotionen reglementieren heißt Fankultur verlieren – Nein zum Kodex!“.

Unsere Aktion war gegen den Fan-Ethik Kodex von Werder Bremen gerichtet. Genauer gesagt: Gegen den Fan-Ethik Kodex der Vereinsführung. Diese Abstufung ist uns sehr wichtig, der Verein sind wir ja schließlich alle!

Der Kodex ist ein von Werder Bremens Offiziellen aufgesetztes Schreiben, welches von allen Fanclubs unterzeichnet werden muss. Der Inhalt bezieht sich auf Themen, wie einen respektvollen Umgang mit den Fans oder die Ablehnung von Diskriminierung und Gewalt. Ausschließlich Fanclubs, die den Kodex unterschrieben haben, bekommen Vergünstigungen im Rahmen von Dauerkarten, Karten für Auswärtsspiele, Arbeitskarten und andere Unterstützung vom Verein.

Wir, die Wanderers Bremen, die Ultra‘Boys Bremen und die HB Crew, haben den Fan-Ethik Kodex nicht unterschrieben. Dies lässt sich beispielsweise mit der Tatsache begründen, dass wir keine Geschäftspartner sind, denen man einfach einen „Vertrag“ zum unterschreiben vorsetzt. Wir sind Fans, welche selbst Teil des Vereins sind. Der Kodex wurde ganz alleine von offizieller Seite aufgesetzt, ohne Mitspracherecht derer, die es betrifft. Des weiteren brauchen wir nichts zu unterschreiben, dessen Inhalt für uns selbstverständlich ist. Außerdem steht der Kodex im Konflikt mit dem Freiheitsgedanken, den Ultras nun einmal haben.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich klarstellen, dass nicht die im Kodex aufgeführten Verhaltensregeln der Grund für unsere Nicht-Unterschrift waren und sind. Auch ohne Unterschrift des Fan-Ethik-Kodex respektieren wir alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung oder sexueller Identität.

Aufgrund unserer Nicht-Unterschrift haben wir vermehrt Probleme und Einschränkungen. Es werden zum Beispiel keine Choreos mehr von Werder Bremen genehmigt bzw. an die anderen Vereine weitergeleitet. Selbst das Anmelden von Bannern gehört der Vergangenheit an. Außerdem bekommen wir keinen Fahnenpass mehr, weshalb wir keine Schwenkfahnen über 1,50 Meter mit ins Weserstadion bekommen. Eintrittskarten für unsere Gruppe gibt es schon seit längerer Zeit nicht mehr und zu ,,Gesprächsrunden“ mit dem Verein wird man auch nicht mehr eingeladen. Durch die Spruchbänder wollen wir einfach auf unsere Situationen aufmerksam machen.

Da wir die Spruchbänder nicht auf den offiziellen Weg ins Stadion bekommen haben,mussten diese anders den Weg ins selbige finden. Der Ordnungsdienst hat probiert das „Nein zum Kodex“ wegzureißen, als wir das Spruchband in der Halbzeit noch einmal präsentiert haben. Noch während der Aktion wurden Drohungen weiterer Sanktionen gegen uns ausgesprochen.

Das ist das wahre Gesicht von Werders Offiziellen in Bezug auf den Umgang mit liebenden Fans.

Wanderers Bremen

Stört die Fahne im Bild? Wird die Loge jetzt wild?

Dem aufmerksamen Beobachter mag der vermehrte Einsatz von großen Schwenkfahnen in der Ostkurve, seitdem Spiel gegen die Dortmunder Borussia, aufgefallen sein. Ergänzt wurde diese kleine Aktion von einem, an die Logen gerichteten Spruchband, mit der Frage „Stört die Fahne im Bild? Wird die Loge jetzt wild?“. Wir wollten hiermit auf die Problemtik hinweisen, dass speziell die Größe unserer Fahnen von Vereinsseite immer weiter eingeschränkt werden. Dies begründet der Verein damit, dass die Sicht für die Logenbesucher zu stark beeinträchtigt wird.
Nun gehören die Fans in den Logen ebenso zum Verein, wie auch die Fans auf den Stehplätzen in der Ostkurve.
Da wir Fahnen in allen Formen und Größen als unverzichtbaren Teil unserer Fankultur sehen, sind wir bemüht mit den Logenbesuchern direkt ins Gespräch zu kommen. Eine Lösung des Problems liegt uns genauso am Herzen, wie den Logenbesuchern. Aus diesem Grund wurde ein offener Brief an die Logenbesucher verfasst, der hoffentlich einen vernünftigen Dialog einleitet.

HB´ Crew