Fan-Ethik-Kodex von Werder: Nur Gutes im Sinn?

Über die Allgemeingültigkeit des Kodexes

Im Allgemeinen sind in einem Kodex die Richtlinien für eine Personengruppe geregelt, die für alle Betroffenen gelten. Der Fan-Ethik-Kodex stellt jedoch keine verbindliche Regelung dar, denn im Gegensatz zu einer Regelung sind die betroffenen Personen nicht zwingend an die Einhaltung eines Kodexes gebunden. Laut Definition besitzt jeder Kodex eine Allgemeingültigkeit. Der Fan-Ethik-Kodex besitzt scheinbar jedoch keine allgemeine Gültigkeit, da bereits verschiedene Varianten des Fan-Ethik-Kodex unterschrieben wurden. So wurde einigen Fans und Fanclubs ermöglicht, den Kodex z. B. für ihren eigenen Fanclub abzuändern und diese Version anschließend zu unterschreiben. Zudem gibt es einige Fanclubs, die den Kodex nicht unterschrieben haben, aber weiterhin vom für Fanclubs zur Verfügung gestellten Kartenkontingent profitieren. Diese Tatsachen werden jedoch gerne verschwiegen. Für uns stellt es sich so dar, dass unauffällige und kritische Fans unterschiedlich behandelt werden. Diese unterschiedliche Behandlung beginnt damit, dass kritischen Fans, die den Kodex nicht unterschrieben haben, keine Karten mehr zur Verfügung gestellt werden.
Die Unterschrift eines Kodexes sollte auf freiwilliger Basis erfolgen. Im Falle einer freiwilligen Unterschrift liegt es nahe, dass der Unterzeichner sich auch mit den Inhalten des Kodexes identifiziert. Gerade dies sollte Sinn eines Kodexes sein. Eine erzwungene Unterschrift bringt jedoch nicht zwangsläufig eine Identifikation der Inhalte des Kodexes mit sich. Für uns stellt sich daher die Frage, ob es den Vereinsoffiziellen tatsächlich um die Inhalte geht oder ist am Ende Image alles?